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Alexei Kaledin

General Kaledin vor dem Zusammenbruch des Zarenreichs


Alexei Maximowitsch Kaledin (Russisch: Алексей Максимович Каледин; * 24. Oktober 1861; † sein Tod ist ungeklärt, vermutlich 1937/38 in Russland) war General der Kavallerie der Zarenarmee und im Russischen Bürgerkrieg der Anführer einer Kosakenerhebung gegen die Bolschewiki im Dongebiet.

Kaledins militärische Ausbildung umfasste die Militärschule in Woronesch, die Michailowskoje Artillerieschule in Sankt Petersburg (1882), und die Generalstabsakademie 1889. Von 1903 bis 1906 diente er als Leiter der Militärschule in Nowotscherkassk. 1906 bis 1910 war er im Generalstab der Don-Armee. Während des Ersten Weltkriegs kommandierte er die 12. Kavalleriedivision und befehligte während der Brussilow-Offensive die 8. Armee. Kaledin stellte sich gegen die Februarrevolution und wurde seines Postens enthoben, da er der Forderung der Provisorischen Regierung zur Demokratisierung der Armee nicht nachkam. Am 17. Juni 1917 wurde Kaledin von den Donkosaken zum Ataman gewählt.

Am 29. August rieten die lokalen Behörden dem Regierungschef Kerenski, Kaledin abzusetzen und festnehmen zu lassen, da er Propaganda gegen die Regierung betrieben habe. Es wurde daraufhin ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Die Kosaken akzeptierten dies allerdings nicht, sondern schickten ihn nach Mogilew zu einer persönlichen Unterredung mit Kerenski.

Am 6. September nahm Kaledin General Kornilow vor dem Oberkommando der Kosaken in Schutz, als dieser erfolglos gegen die provisorische Regierung putschte. Zu Beginn der Oktoberrevolution erklärte Kaledin das Don-Territorium zur Kontrollzone der Kosaken, bis die Ordnung in Russland wiederhergestellt werden würde. Diese Erklärung markierte den Beginn einer lokalen Gegenbewegung zu den Bolschewiki. Kaledin hatte allerdings die Kriegsmüdigkeit der Kosaken, die aus dem Weltkrieg heimkehrten, unterschätzt. Es gelang ihm nicht, eine schlagkräftige Kosakenarmee aufzustellen und aktiv gegen die Roten zu kämpfen. Während Kornilow die Weissen in Südrussland einen konnte und effektiv Widerstand gegen die Bolschewiki organisierte, reichten Kaledins Truppen gerade dafür aus die Region um Rostow-on-Don zu halten.

Nach dem inkrafttreten des Trotzki-Dekrets kämpfte Kaledin, noch immer Ataman der Don-Kosaken, zusammen mit Kornilow gegen die Ukrainische Volksrepublik, setzte sich jedoch zunehmend für die vollständige Unabhängigkeit der Don Region ein und galt bald als persönlicher Rivale Skoropadskyjs, der eine unter ihm vereinigte Ukraine anstrebte.  Nach dem Tod Kornilows trat er als Ataman der Don-Kosaken zurück und hielt sich nunmehr im Hintergund. Nachdem das Zarenreich 1937 in der Exekutive neu ausgerufen wurde begab er sich in die Wolga-Region um sich dort dem neuen Zaren anzuschliessen. Aufgrund seiner zurückhaltenden Art gewann er schnell das Vertrauen des Zaren und wurde trotz seines hohen Alters als zukünftiger Verwalter und Oberbefehlshaber der ganzen Don- und Kuban-Region gehandelt. Nach der Niederlage der Weissen im 2. Bürgerkrieg konnte sich Kaledin dem Zugriff der Roten entziehen, sein weiterer Verbleib blieb unbekannt. Ein ehemaliger Vertrauter berichtete davon, dass er, als die Weissen entgültig geschlagen wurden, Selbstmord beging.