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CarolIII

König Carol III. nach der Thronbesteigung

Carol III. (gebürtig Carol Mircea Lambrino; * 8. Januar 1920 in Bukarest) war der erstgeborene Sohn des rumänischen Königs Carol II. Er entstammt der Liaison Carols mit der Ballerina Zizi Lambrino. Aufgrund der unstandesgemäßen Ehe seiner Eltern wurden Lambrinos Ansprüche auf den Thron des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen in Rumänien nicht anerkannt.

Die Ehe von Carol II., den der Ruf eines Playboys umgab, mit der rumänischen Ballerina Zizi Lambrino wurde 1916 in Odessa geschlossen. Ein Jahr später wurde die Verbindung wieder annulliert, da die im 19. Jahrhundert eingeführten höfischen Regeln es Thronerben untersagten, Rumänen zu heiraten. 1921 wanderte Zizi Lambrino mit ihrem Sohn aus und lebte in Paris und London.

Rückkehr nach Rumänien und MachtergreiffungBearbeiten

Corneliu Zelea Codreanu plante im Frühjahr 1936 einen Putsch, um mit seiner Eisernen Garde König Carol II. zu stürzen. Dazu liess er Carol Mircea Lambrino, der zu diesem Zeitpunkt erst 16 war, nach Rumänien hohlen. Carol liess sich schnell auf einen Handel mit Codreanu ein: Der Putsch würde mit Carol als Gallionsfigur und der Begründung, ihm seine Rechte als (zukünftiger) Regent zu sichern, durchgeführt werden. Dagegen musste Carol versprechen, als König alle wichtigen Regierungsämter der Eisernen Garde zu überlassen.

Im Januar 1936 wurde schliesslich Carol II. gestürtzt und unter Carol III. Grossrumänien unter der Herrschaft der Eisernen Garde ausgerufen. Die Verfassung wurde abgesetzt und die Auferstehung der alten, monarchischen Weltordnung verkündet. Miron Cristea, der Patriarch der rumänisch-orthodoxen Kirche, wurde entgegen dem Willen Codreanus oberster Berater Carols, was vorallem dem Druck des konservativ-reaktionären Lagers zu verdanken war, das sich vor einer anti-monarchistischen faschistischen Regierung fürchtete. Mit der Ernennung Cristeas willigte der Adel sowie die Kirche ein, Carol III. als legitimer König zu akteptieren.    

Miron Cristea als inoffizieller RegentBearbeiten

Nachdem Miron Cristea mit dem Amt des obersten Beraters praktisch als Vormund für Carol III. fungierte, übernahm er inoffiziell als Regent die Macht in Rumänien. Kurz darauf stellte sich die Kirche sowie der Adel hinter ihn, in der Hoffnung, die Macht der Faschisten zu begrenzen. Carol selbst hatte wenig Interesse, das Land wirklich zu Verwalten, er überliess dem Patriarchen der rumänisch-orthodoxen Kirche weitgehend alle Geschäfte und führte in den folgenden Jahren ein ausschweifendes Leben, was verschiedene negative Schlagzeilen in den folgenden Jahren mit sich brachte.  

Hinter der, aufgrund des erst kürzlich erfolgten Putsches noch chaotisch organisierten Eisernen Garde, nahm Miron Geheimverhandlungen mit dem Abessinischen Kaiserreich auf, das sich im Krieg mit Italien befand. Der darauf mit Äthiopien ausgehandelte Vertrag, der den Austausch von rumänischen Offiziere zur Führung und Ausbildung der kaiserlichen Armee gegen eine Leibgarde äthiopischer Soldaten vorsah, hatte drei  wichtige Punkte: Erstens förderte er die Illusion, der Putsch sei von ernsthafter reaktionärer Natur und nicht faschistischer Art, da die offizielle Begründung für den Vertrag war, die letzte ‚echte feudale Nation’ vor dem Faschismus zu bewahren. So wollte Cristea vorallem das Ausland davon überzeugen, dass Rumänien noch lange nich Sklave des Faschismus war wie etwa Italien oder Österreich. Zweitens verfügte der junge König nun über eine loyale, monarchistische Leibgarde, die seine Macht sichern könnte, würde die Eiserne Garde versuchen, ihn mit Gewalt abzusetzen und drittens wurden die aussenpolitischen Beziehungen zu Italien nachhaltig geschädigt, was jedes hoffen der Faschisten auf eine Allianz mit Mussolini zunichte machte.

Kurz darauf erlitt der Patriarch jedoch eine gewaltige Schlappe: Er konnte das Ultimatum nicht mehr verhindern, welches unter dem Druck der Eisernen Garde an Bulgarien gestellt wurde und so den Rumänisch-Bulgarischen Balkankrieg auslöste, was vor allem zu schweren Vorwürfe des Völkerbundes und Portestnoten aller umliegenden Ländern führte.

Nach dem Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs konnte Miron wiederum aussenpolitische Erfolge erzielen. Unter seiner Schirmherrschaft sandte Rumänien eigene Interventionstruppen nach Spanien, was aufgrund der weiten Distanz eine beträchtliche Leistung darstellte und vor allem Italien demonstrieren sollte, dass Rumänien trotz der Herrschaft pro-italienischer Faschisten noch immer vollkommen Unabhängig war und bereit war, seine eigenen Interessen zu verfolgen. Das besondere an der rumänischen Intervention war, dass die Truppen nicht direkt Franco unterstützten, sondern für die konservativ-katholischen Kräfte der Carlisten kämpften. So wurde versucht, die Vormachtstellung der Falange zu brechen und ein konservativ-monarchistisches Nachkriegsspanien als Verbündeten zu gewinnen - wenn auch schlussendlich kaum erfolgreich. Als 1937 die Carlisten mit der Falange zwangsvereinigt wurden, wurden alle Chancen, das erstere nach dem Bürgerkrieg die herrschende Macht werden würden, zunichte gemacht.

Als 1937 sich dann die Armee gegen die Eiserne Garde wandte und diese so gezwungen wurde, König Carol die treue zu schwören und seither nur noch als teilweise faschistische Partei existierte, übernahm bald darauf Carol III. mit 19 Jahren das Amt und führte von dem Zeitpunkt an eine offensive, stark anti-deutsche und imperialistische Politik, die jedoch sowohl bei den Reste der Eisernen Garde sowie den Konservativen anklang fand.