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Ukrainischer Bürgerkrieg
Voyaky unr
Armeeeinheit der Ukrainischen Volksrepublik
Datum 1921 bis 1936
Ort Südrussland
Casus Belli Besetzung der südlichen Ukraine durch die Südlichen Weissen bzw. einer konterrevolutionären ukrainsichen Regierung
Ausgang Eroberung der Ukraine durch die UdSSR
Folgen Gründung der Ukrainischen SSR und deren Eingliederung in die Sowjetunion
Konfliktparteien
Sozialdemokraten Konservative Partisanen

Invasionsstreitmacht

Befehlshaber
Flag of Ukraine svg Symon W. Petljura (bis 1926)
Flag of Ukraine svg Maksymilian Chorosow (ab 1926)
Flag of Ukraine svgPawlo Skoropadskyj
Flag of Russia svgAlexei M. Kaledin
Flag of Russia svgPjotr N. Krasnow
Flag of Russia svgLawr G. Kornilow
20px-RPAU flag svgNestor Machno

Flag of the Soviet Union (1923-1955) svgGrigori K. Ordschonikidse

Verluste
gesamt: über 1'500'000

Der Ukrainische Bürgerkrieg zwischen der sozialdemokratisch-nationalistischen Ukrainischen Volksrepublik, den anarchistischen Machnowschtschina und der von den ehemaligen südlichen Weissen unterstützten Ukrainischen Republik dauerte von 1921 bis in die Mittdreissiger, wobei das Ende aufgrund des Ausbruchs des zweiten russischen Bürgerkrieges 1934, der auch die Ukraine miteinbezog, nicht genau definiert werden kann. Normalerweise wird das Ende mit der Gründung der Freien Kosakenarmeeauf 1935 oder 1936 datiert. Nach dem Ende der Kampfhandlungen existierte die Ukraine als unabhängiger Staat nicht mehr, sondern wurde als Ukrainische SSR in die UdSSR eingegliedert.

Verlauf Bearbeiten

Nach der formellen Unabhängigkeit der Ukraine durch das Trotzki-Dekret  war das Gebiet von verschiedensten Gruppierungen besetzt. 1921 herrschten die Konservativen über einen grossen Teil der Zentral- sowie Ostukraine, auch die Krim als wichtige Flottenbasis der sü
Map-UKR

Kriegsverlauf 1921-1936
Senfgelb: Ukrainische Volksrepublik
Gelb: Ukrainische Republik
Hellrot: UdSSR
Rot: Machnowschtschina

dlichen Weissen war fest in der Hand der konterrevolutionären Kräfte. Die Demokraten konnten jedoch auf einen unter sowjetischen Einflüssen gebildeten Staatsapparat aufbauen und hatten die Kontrolle über den gesamten Norden sowie Westen der Ukraine. Bis zu der Intervention der UdSSR 1925 gelang es den Kräften unter Pawlo Skoropadskyj einen ihre Position zu stärken und die einzelnen, von den Weissen gehaltenen Teile der Ukraine über den Landweg zu verbinden. Das Gebiet um Rostow-on-Don fiel zur gleichen Zeit jedoch an die Anarchisten, was den Einmarsch der UdSSR provozierte. In den nächsten Jahre verloren die Kosaken immer weiter an Boden bis schliesslich Sowjetrussland die ganze Ukraine überrannte.

1921-1924: Vormarsch der Konservativen Bearbeiten

In den Jahren bis zur Intervention durch die Sowjetmacht konnten die kosakischen Truppen grosse Gebietsgewinne in der Westukraine verzeichnen. Die Volksrepublik stand zum Zeitpunkt des Trotzki-Dekrets jedoch vor eine Trümmerhaufen, ein funktionierender Staatsapparat gab es genau so wie eine einsatzbereite Armee nicht. Die Truppen bestandan aus frewililligen Nationalisten und Zwangseingezogene, das Hauptproblem war dabei das fehlen von Offizieren - die meisten ehemals zaristischen Kommandeure kämpften auf der Seite der Konservativen. Diese dagegen verfügte über eine aus dem Bürgerkieg erfahrene Armee und gute Ausrüstung, musste aber gegen zunehmende Kriegsmüdigkeit und dem langsamen verfall der Disziplin kämpfen. 

Der Ataman der Don-Kosaken, Alexei Kaledin führte die Don-Armee gegen anarchistische Marodeure im Osten der Ukraine und konnte mehrere Angriffe auf Rostow-on-Don abwehren, verlor dabei jedoch einen Grossteil des Hinterlande
OPERAT MAP UKR 1921-22

Kriegsverlauf bis 1924
Schwarz: Ukrainische Republik
Gelb: Ukrainische Volksrepublik
Rot: Machnowschtschina
Schraffiert: Stammgebiete/ Eingefärbt: Gebietsgewinne

s im Osten an die Machnowschtschina. Kornilow, der schon während des russischen Bürgerkrieges Führer der südlichen Weissen war, hatte de jure keine Befehlsgewalt innerhalb der konservativen ukrainischen Armee, führte de facto jedoch deren grössten Truppenteil, der vorwiegend aus ehemaligen Weissen bestand. 1921-1922 gelang ihm die Sicherung der Nordfront, wo sich die Positionen verhärteten, was zu einem Abnutzungskrieg um Poltawa führte. Da die Front jedoch etwa 40km nördlich der Stadt verlief galt die Region als relativ sicher, wobei die Stadt sowie deren Umgebung langsam wieder aufgebaut werden konnte. 1922-1924 führte Kornilow seine Armee erfolgreich gegen die Machnowschtschina in dem Gebiet zwischen Melitopol und Mariupol. Der damit verbundene grosse Truppenaufwand führte jedoch dazu, dass die Roten Poltawa ohne grosse Gegenwehr erobern konnte da die Nordfront zusammenbrach.

Pjotr Krasnow führte eine von den deustchen Unterstütze Kosakeneinheit von Odessa aus äusserst erfolgreich gegen die 4. Armee der Volksrepublik und konnte das Gebiet an der rumänischen Grenze dauerhaft halten, während Pawlo Skoropadskyj, der eigentliche Fürher und Oberbefehlshaber aller konservativen ukrainischen Truppen, mit der 2. republikanischen Armee grosse Gebiete der Westukraine erobern konnte.   

1924-1927: Invasion der UdSSR Bearbeiten

1924 kam es immer öfters zu Angriffe auf das Gebiet der UdSSR durch die Machnowtschina, welche ihre Machtbasis in der Ostukraine immer weiter stärken konnten und aufgrund dem zunehmenden wachstum der Bewegung sowie der katastrophalen Wirtschaftssituation dringend Nachschub brauchte. Angriffe auf vereinzelte Dörfer in der Grenzregion gab es schon immer, doch nach dem Winter 1923/24 begannen die Partisanen auch Versorgungslager der Roten Armee zu attackieren und grossflächig die Umgebung zu plündern.

Die sowjetische 16. Armee  unter dem Oberbefehl Grigori Ordschonikidses marschierte in drei Gruppen von Woronesch, Pawlowsk und Stalingrad gegen Westen bzw. Südwesten in die Ukraine ein. Die roten Truppen gingen mit äusserster Brutalität gegen die Anhänger Machnos und der Weissen. Bis Ende 1925 gelang es den Kommunisten, die Machnowschtschina fast vollständig aus der Ostukraine zu vertreiben. Der Ataman der Don-Kosaken, Kaledin, konnte dann schliesslich den Vorstoss der Roten unter gigantischen Verlusten verlangsamen, in dem er die Don-Armee in verschiedene Abnutzungsgefechte warf.

Etwa zeitgleich mit der Offensive der Roten 1924 rückten Truppen der Ukrainischen Volksrepublik gegen Süden vor. Durch die zunehmend schwierige Lage der Linksdemokartischen Regierung im Kampf gegen die Konservativen wurden immer mehr Stimmen laut, die eine Allianz mit der UdSSR forderten. Gewisse Teile des Staatsapperat und der Armee der Ukraine kooperierten mit den sowjetischen Streitkräften, was zu koordinierten Manövern und schliesslich der Eroberung von Kupjansk durch die Ukrainische Volksarmee führte. Der Verlust der strategisch wichtigen Stadt war ein schwerer Schlag für die Weissen. Die Landverbindung in die Don-Region, eine der Hochburgen der Gegenrevolutionären, war nun komplett abgeschnitten, da die Machnowschtschina den Küstenstreifen am Schwarzen Meer kontrollierten und durch die Kämpfe zwischen Weissen und Roten das letzte Rückzugsgebiet der Don-Armee kontrollierte. Die Versorgung über den Seeweg stellte sich als schwierig heraus, die schwache Weisse Flotte wurde immer wieder von Flugzeugen und U-Booten der Roten angegriffen und erlitt schwere Verluste. Schliesslich wurde die Evakuation angeordnet und die Reste der völlig abgekämpften Don-Armee wurde auf die Krim verschifft. Das Don-Gebiet fiel darauf unter die Kontrolle Machnos, konnte aber nur bis Ende 1926 von seinen Truppen gehalten werden.

1927 begann die UdSSR mit einer erneuten Offensive. Während die 16. Armee von Osten her gegen die Don-Region vorrückte schlug die Ukrainische Volksarmeevon Norden her gegen die Stellungen der Weissen. Die Machnowschtschina wurde im Verlauf des Jahres 1927 durch schwere Kämpfe gegen die UdSSR im Osten und die konservativen Weissen im Westen fast vollständig aufgerieben, Nestor Machno floh ins Exil nach Frankreich. Seine Bewegung kämpfte zwar versprengt weiter, beeinflusste den Krieg am nicht mehr erwähnenswert.

Die Konservativen unter Kornilow und Skoropadskyj spürten langsam die Überdehung der Front, nach den Gebietsgewinnst in fast der ganzen Ukraine waren die konterrevolutionären Streitkräfte geschwächt und verfügten nur noch über dünne Verteidigungslinien. Die unerwartete Offensive der Roten und Sozialdemokraten sowie der mühsame asymetrische Krieg gegen die Machnowschtschina führte dazu, dass die Volksarmee der Ukraine die Front durchbrechen konnte. Im Sommer 1927 fiel das ein Jahr zuvor wieder zurückeroberte Poltawa, zwei Monate darauf Charkiw. Der Verlust dieser beiden wichtigen Städte war ein harter Schlag von dem sich die Ukarinische Republik nicht mehr erhohlen sollte.

1927-1934: Profilierung der VolksrepublikBearbeiten

Als sich im Jahr 1927 Stalin gegen Trotzki erhob und in der UdSSR der "Rote Krieg" ausbrach verlängerte das den ukrainischen Bürgerkrieg um mehrere Jahre. Die sowjetische Intervention hätte den Krieg in dem Sinne beendet, dass beide Lager durch die weit überlegene Rote Armee zerschlagen worden wäre und die Ukraine als SSR in die UdSSR eingegliedert worden wäre. Durch die Kampfhandlungen innerhalb der Union waren die Bürgerkriegsparteien wieder weitgehend auf sich alleine gestellt und durch den bereits 6 Jahre andauernden Konflikt waren beide Armeen so niedergekämpft und erschöpft, dass lange Zeit keine Fraktion klare fortschritte erreichen konnte.

In den Jahren 1927 bis 1929 kam es nur zu vereinzelten Kampfhandlungen an der relativ statischen Front, sowohl die Konservativen als auch die Sozialisten hattem starke Versorgungsprobleme und mussten mit Aufständen und Massendesertionen kämpfen. Kornilow setzte einen Grossteil seiner Truppen dazu ein, die Don-Region, die traditionelle Hochburg der Konservativen und vor allem wichtiges Industriezentrum, von den sowjetischen Invasionstruppen zurück zu erobern. Bis 1929 war etwa die Hälfte der bei Kriegsausbruch 1921 kontrollierten Gebiete in der Ostukraine wieder in der Hand der Weissen, was jedoch in den wenigsten Fällen durch erfolgreiche Militäroperationen, sondern meisten auf die Tatsache, dass die Rote Armee sich kampflos zurückzog zurückzuführen war. Die sowjetische 16. Armee musste einen Grossteil ihrer Truppen gegen trotzkistische Einheiten aus Turkemistan einsetzen, damit die Ostfront der Stalin-Loyalisten nicht zusammenbrach. Lediglich in Rostow-on-Don kam es zu schweren Kämpfen, in denen ungefähr 5000 Soldaten der Weissen ihr Leben verloren. Dennoch konnten Kornilows Truppen durch den Sieg zahlreiche Artilleriegeschütze und Panzerwagen der Kommunisten erbeuten, was sich im späteren Kampf gegen die ukrainischen Sozialisten auszahlen würde. 

1930 starteten die Truppen der Ukrainischen Volksrepublik überraschend eine Grossoffensive und konnte die dünne Verteidigungslinie in der erst im Vorjahr eroberten Don-Region durchbrechen, was zu einer erneuten Einkesselung der Verbände in Rostow-on-Don führte. Durch schweres Artilleriefeuer aus der Stadt konnten die ebenfalls geschwächten ohne ohn schweren Waffen ausgerüsteten sozialistischen Truppen von dem einmarsch in die Stadt erfolgreich abgehalten werden. Pawlo Skoropadskyj entschied sich entgegen den Empfehlungen Kornilows, die Don-Region um jeden Preis zu halten, für eine Phalanx-Bewegung in der Westukraine. Durch den überraschenden Flankenangriff völlig überrumpelt fiel innerhalb von wenigen Monaten Kiew, 1931 kontrollieren Skoropadskyjs Einheiten Poltawa und Sumy. Da Kornilow jedoch mit seinen schon viel stärker abgekämpften Truppen weiter in der Don-Region kämpfte und die Armee der Konservativen somit faktisch in zwei Teile zerfallen war wurde es unmöglich die Zentral- und Ostfront zu halten. Durch die erfolgreiche Offensive im Westen und Norden der Ukraine gelang es 1932 den Soldaten Kornilows und den Don-Kosaken wieder ein grossteil der Don-Region zu besetzen - dafür mussten fast alle Truppenverbände nach Osten gezogen werden, wodurch die Zentralukraine den Sozialisten quasi kampflos überlassen wurde. Ende 1932 kontrollierten die Weissen mit der Don-Region, der Krim-Halbinsel, Kiew und einem grossen Teil der Westukraine zwar lediglich ein kleiner Teil des gesamten Landes, jedoch auch alle strategisch wichtigen Gebiete. Es gelang sogar Kursk von dem Süden des Landes abzuschneiden, was für die Volksarmee einen extremen Schlag bedeutete. 1933 verlor Skoropadskyjs Offensive jedoch ihren Schwung, die Region um Kursk blieb weiter in den Händen der Sozialisten, welche auf die Krim vorrückten und vor Sevastopol mit der Belagerung der schwer befestigten Stadt begannen.

Trotz alldem war die Front auch auf der Seite der Sozialdemokarten überdehnt, was wiederum Kornilows Armeegruppe zugute kam, der wieder grössere Regionen um Rostow-on-Don erobern konnte und im Norden schliesslich sogar auf Verbände Skoropadskyjs traf. 1934 schliesslich war die Ukrainische Volksarmee dennoch in einer besseren Ausgangsposition: Die wichtigen Städte und viele der Industriezentren waren unter der Kontrolle der Konservativen, deren Truppen waren aber in drei Teile gespalten; Kornilows Armee in der eingekesselten Stadt Sevastopol und im umkämpfen Osten des Landes, Skoropadskyj in der Westukraine. Die Sozialisten kontrollierten die Zentralukraine und verfügten über grössere Mengen Wehrfähige sowie mehr Nachschubgüter wie Kleidung und Nahrung. Dazu kam dass die Konservativen bei weitem nicht über genug Truppen verfügten um einen Korridor zwischen den beiden isolierten, von ihnen kontrollierten Teile der Ukraine zu schaffen. Ohne den Angriff der UdSSR hätte die Ukrainische Volksarmee 1934 deutlich bessere Voraussetzungen für einen entgültigen Sieg gehabt.

1934-1936: Der zweite russische BürgerkriegBearbeiten

1934 begann die grossangelegte Rückeroberung Russlands durch die UdSSR. Im Sommer 1934 drangen sowjetische Verbände von Nord-Westen und Osten auf das Gebiet der Ukraine ein und bekämpften Konservative sowie Sozialisten ohne Unterschied. Die Hauptlast des Angriffs der Sowjetunion mussten jedoch die Truppen unter Pawlow Skoropadskyj tragen; die ukrainischen Verbände im Westen des Landes wurden vernichtend geschlagen und mussten sich weit in das Landesinnere zurückziehen. Kiew fiel im Frühjahr 1935 in die Hände der Roten Armee.

Mit dem Ausbruch der Kampfhandlungen im gesamten Gebiet des ehemaligen Zarenreichs wurde in Europa sofort der Ruf nach einer Intervention laut - die kommunistischen Aggresoren sollten aktiv bekämpft werden, da die Angriffe auf die Nachfolgestaaten des russischen Imperiums dem gesamtrussischen Friedensvertrag von 1921 widersprachen. Im Sommer 1934 sendete Rumänien ein Expeditionskorps unter Generalmajor Schwab über die Grenze, welches anfänglich in schwere Abwehrschlachten mit der Roten Armee verwickelt wurde. Unter schweren Verlusten wurde ein Rückzugskorridor gehalten um den antikommunistischen Militärs eine Flucht nach Rumänien zu ermöglichen. Die Soldaten und Offiziere wurden - teilweise unfreiwillig - in das rumänische Heer eingegliedert, Adelige behielten ihre Privilegien, mussten aber dem rumänischen König ihre treue schwören, was viele nur aufgrund den mangelnden Alternativen taten. Carol II. wollte die reaktionären Russen im Falle einer Invasion Bessarabians durch die UdSSR als entbärliche Truppen gegen diese einsetzen. einsetzen. Durch das angebotene Asyl und den stark gesicherten Rückzugskorridor zogen sich sogar die Verbände des Baltischen Freistaats nach Süden zurück, wobei lediglich die Eiserne Division die rumänische Grenze erreichte.

In zusammenarbeit mit den Rumänen folgte Italien im Frühjahr 1935 mit einer eigenen Intervention. Über einen Stützpunkt un Rumänien wurde eine Landung auf der Krim durchgeführt und die belagerte Stadt Sevastopol befreit. Bis im Jahre 1936 konnte mit Hilfe der italienischen Truppen die ganze Halbinsel fest unter die Kontrolle der antikommunistischen Streitkräfte gebracht werden. 

Im Spätsommer 1935 konnte Kornilow die anderen Kriegsparteien in Südrussland (Georgien und Asarbaidschan) überzeugen, sich unter einem Banner zu vereinen. Die "Freie Kosakenarmee" war eine Art Militärregierung aller antikommunistischen Kräfte in Südrussland, welche auch die bisherige Ukrainische Republik unter Pawlo Skoropadskyj ablöste. Etwa ab diesem Zeitpunkt spricht man von dem Ende des Ukrainischen Bürgerkrieges, da es spätestens ab 1936 nicht mehr um die Vorherschaft über die Ukraine, sondern um die Zerschlagung der UdSSR - beziehungsweise der angreiffenden Roten Armee - gekämpft wurde. Trotz der rumänischen und italienischen Unterstützung konnten die Weissen nur einzelne Positionen gegen den Ansturm der Roten Armee halten, und nach der Gründung der Freien Kosakenarmee vereinbarten die rumänischen Kräfte einen Waffenstillstand mit der UdSSR, blieben aber vorerst noch in ukrainischem Gebiet.

Mit dem Ende des zweiten russischen Bürgerkrieges war die Ukraine komplett von der Sowjetarmee besetzt und als Ukrainische SSR in die UdSSR eingegliedert.

Militärische Betrachtung Bearbeiten

Gerade aufgrund der Dauer des Konflikts von 15 Jahren scheint es unwahrscheinlich, dass beide Armeen sich bis auf das Äusserte bekämpften. In der Wirklichkeit war es sogar so, dass in gewissen Episoden beide Seiten monatelang auf Gefechte verzichteten. Bereits in der Mitte der Zwanzigerjahre waren sowohl die Konservativen als auch die Sozialdemokraten am Ende ihrer Kapazität. Die Truppen waren erschöpft, desertierten oder waren aufgrund des Munitionsmangel schlicht nicht einsatzbereit. Ab 1926 führten die Konservativen beinnahe keine Offensivmanöver mehr durch da die gesamte Armee damit beschäftigt war, die völlig überdehnte Front zu sichern, Aufstände in dem von ihnen kontrollierten Gebieten zu unterdrücken und Deserteure zu verfolgen. Die Grossoffensive Pawlo Skoropadskyj 1930/31 stellte dabei eine Ausnahme dar. Beide Armeen verfügten in anbetracht des Fronverlaufs durch die ganze Ukraine über eine viel zu kleine Soldatenzahl um wirklich eine stabile Front zu bilden, dazu kam dass die kriegsmüden Soldaten auf beiden Seiten oft ihre Stellung kampflos aufgaben.

Der durch Rückzüge und Patt-Situationen gezeichnete Konflikt hätte das potenzial eines blutigen Stellungskrieges gehabt, aufgrund des Fehlen schwerer Artillerie und Panzerfahrzeugen auf beiden Seiten kam es zu vergleichsweise nur wenigen Verlusten durch Kampfhandlungen.

Technisch war der ganze Bürgerkrieg auf einem sehr teifen Niveau, die meisten eingesetzten Waffen waren von vor 1900 und moderne Waffensysteme kamen kaum zum Einsatz. Keine der beiden Seiten verfügte über eine ernsthafte Luftwaffe und auch die Marine war weitgehend unbedeutend. Taktisch setzten die Konservativen auf grosse Kavallerieangriffe und traditionellen Massenangriffe der Infanterie, die Sozialdemkraten kämpften eher in kleineren Verbänden und versuchten durch eine elastische Verteidigung die Angriffskraft der Kavallerie zu vermindern, was zum Grossteil auch funktionierte - auf Kosten offensiver Optionen.